Fußball bietet die Chance zur Integration

Geschrieben von E. Irro am in Der Verein

Der SV Rees hat sich beim NRW-Wettbewerb „Behinderten-Sportverein des Jahres 2007“ beworben.

Der SV Rees geht mit gutem Beispiel voran: Seit fünf Jahren gibt es mittlerweile eine Behinderten-Fußballabteilung der Grün-Weißen.

Vor wenigen Monaten wurde sogar ein Team behinderter Frauen ins Leben gerufen, von denen vier Kickerinnen jüngst bei einer Landessichtung in Bad-Oenhausen vorspielen durften, denn der DFB will bis zum Jahr 2011 eine Behinderten-Nationalmannschaft kickender Frauen auf die Beine stellen.

Weil der Reeser SV aber in den letzten Jahren schon so viel für Menschen mit Behinderungen auf die Beine gestellt hat, haben sich die Grün-Weißen auch beim NRW-Wettbewerb „Behinderten-Sportverein des Jahres 2007” beworben. Und dies gleich in drei Kategorien!

In dem Bereich Kinder und Jugendliche im Behindertensport richtet der SV Rees jährlich einen großen Erlebnistag für Heranwachsende aus Werkstätten und Wohnheimen aus. Diese Aktion wurde vom inzwischen verstorbenen Torhüter Bodo van Bruck ins Leben gerufen und läuft in diesem Jahr am Samstag, 14. Juni.

Für die Kategorie Seniorinnen und Senioren im Behindertensport stehen vor allem zwei Namen: Roland – genannt ”Ronaldo” – Balzer kickt seit nunmehr bereits 15 Jahren bei den Grün-Weißen und kam dabei auf mehrere Einsätze im regulären Reeser C-Liga-Team. Und auch Kathrin Schwaak, die seit acht Jahren an der Ebentalstraße auf Torejagd geht, wurde schon in der Frauenfußballmannschaft des SV Rees eingesetzt.

Gleichzeitig stehen die beiden Senioren-Kicker natürlich auch für den dritten Bereich des Wettbewerbs, integrative Modelle. Dazu gehört ebenso, dass der SV Rees immerwieder Fußballspiele organisiert, bei denen Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam mit- und gegeneinander antreten. So im Vorfeld der Behinderten-Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006, als Roland Balzer und Co. gemeinsam mit den Ex-Nationalspielern Karlheinz Pflipsen und Martina Voss Doppelpass spielten.

„Wir arbeiten auch eng mit der Lebenshilfe, Werkstätten und Wohnheimen zusammen”, schildert Abteilungsleiter und Übungsleiter Eddy Irro weitere Aktivitäten der Behinderten-Fußballabteilung, die zurzeit aus rund 30 Kickern besteht. So kann der SV Rees drei aktive Mannschaften stellen, die unter anderem bei den Turnieren Fuba-Net und Specials Olympic an den Start gehen. Damit sind die Grün-Weißen weit und breit einer der wenigen Sportvereine, die Fußball als Chance zur Integration nutzen.

Ob der SV Rees bei dem Wettbewerb ”Behinderten-Sportverein des Jahre 2007” einen der drei ersten Plätze belegt hat, wird NRW-Innenminister Ingo Wolf im Rahmen einer Feierstunde am 27. April in Köln bekanntgeben, zu der auch Vertreter des SV Rees eingeladen worden sind.
JOHANNES KRUCK (NRZ)

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